Wandergebiet Andlau – Lièpvre

Wanderung im Wandergebiet Andlau – Lièpvre im Elsass

Von Andlau folgt man bei der Wanderung Andlau – Lièpvre im Elsass über die D 425 dem gleichnamigen Flüsschen bis Le Hohwald. Vom einstigen „Zauberberg“ im schönsten Wandergebiet des Elsass blieben elefantöse Belle-Epoque-Hotelpaläste und luxuriöse Chalets als Ferienunterkünfte im Elsass, in denen früher die Highsociety einkehrte. Passé. Der morbide Charme des Orts entfaltet sich angesichts der Kraft strotzenden Natur um so stärker. Statt großem Glanz bedeutet Le Hohwald etwas zu schreiende Farben, mit denen Restaurants und Bars auf sich aufmerksam machen. In puncto Natur stimmt dagegen auf den Wanderwegen der Vogesen um den Ort herum einfach alles.

So blieb auch nach dem Abzug der Prominenz bei der außergewöhnlich Sonnen verwöhnten Lage auf 650 m Höhe, den majestätischen Buchen und düsteren Tannen. 6 km südlich erreicht der Col du Kreuzweg eine Höhe von 768 m. Die nach dem Pass benannte Ferme-Auberge du Kreuzweg weicht mit eingelegten Entenschenkeln und Stopfleber zur Abwechslung vom üblichen repas marcaire der Bauerngasthöfe in den Vogesen ab. Es mundet wunderbar! Man kann die auf dem Hof hergestellten Köstlichkeiten auch kaufen. Ebenfalls von Le Hohwald schnell zu erreichen ist der Mont Ste-Odile, der heilige Berg des Elsass in den nördlichen Vogesen schlechthin. Wanderwege führen aus allen Himmelsrichtungen zum 763 m hohen Gipfel. Für die bequeme Anreise per Bus sorgen Zufahrtsstraße und Parkplatz. Über eine Million Besucher kommen pro Jahr: Bibelfeste Gläubige, Kaffee durstige Tagesausflügler, knochenmüde Wanderer. Dass der Ort eine archaische, geheimnisvolle Ausstrahlung bewahren kann, grenzt an ein Wunder. Wunder waren es auch, die man der heiligen Odilia zu schrieb. Die Tochter von Herzog Eticho gründete dort, wo ihre Sippe eine Burg unterhielt, das erste elsässische Frauenkloster. Odilia, zu deutsch Tochter des Lichts, kam um 620 blind zur Welt. Eticho wolle die vermeintliche Schande durch die Ermordung des Kindes tilgen. Die Mutter brachte Odilia in ein burgundisches Kloster in Sicherheit.

Bei der Taufe in Regensburg konnte Odilia plötzlich sehen - das erste Wunder in einer langen Kette. Als Eticho beschloss, seine Tochter zu verheiraten, floh Odilia erneut, diesmal nach Freiburg, wo sie durch eine sich öffnende Felsspalte ihren Häschern entschwand. Vater Eticho ergab sich in sein Schicksal: Odilia bekam die Burg auf dem Berg zwecks Klostergründung geschenkt. Dass hier lange vor den Etichonenherzögen Kelten siedelten, beweist die Heidenmauer unterhalb des Klosters, ein gewaltiger fast 2 m dicker Steinwall, der eine keltische Fluchtburg schützte. Ebenfalls unterhalb des Klosters sprudelt die Odilienquelle. Ein Pfad führt hinunter (10 Min.). Gläubige benetzen mit dem Wasser ihre Augen, um sich gegen eine Schwächung der Sehkraft zu schützen. Man betritt den Klosterinnenhof durch das Portal des Bâtiment St-Léon, in dem ein Hotel zum Verweilen einlädt: Die Schwestern vom Heiligen Kreuz halten 130 Gästezimmer bereit. Und abends, wenn die Besucher abgerückt sind, ist es wieder still auf dem Mont St-Odile. Tische und Stühle im Hof gehören zur Pilger-Buvette, einem großen Saal mit Jugendherbergscharme, wo man sich mit Imbissen und Getränken versorgen kann.

Um die Ausmaße des Klosters zu erfassen, beginnt man am besten mit einer Umrundung über die äußeren Terrassen. Der Blick über die Rheinebene ist berückend, falls nicht, wie im Winter oft möglich, eine dicke Wolkendecke die Sicht versperrt. Von einem schlanken Turm auf der Ostseite der Kirche segnet eine Statue der hl. Odilia das Land zu ihren Füßen, Beim Blick in die quadratische Chapelle des Larmes auf einem Felsvorsprung ganz im Osten des roten Felsplateaus schimmert das goldene, erst 1935 angebrachte Mosaik im Dunkeln - eine Münze in den Schlitz der Beleuchtungsanlage lässt die Pracht vollends erstrahlen. Die Kapelle thront über einem merowingischen Grabfeld. Noch aus vorchristlicher Zeit soll die Chapelle des Anges daneben stammen. Unter den Linden der Nordterrasse wird sommers die Messe gehalten. In der ungeschlacht wirkenden Kirche findet sich mit dem Kreuzweg ein Werk des aus dem nahen St-Léonard stammenden Intarsienkünstlers Karl Spindler. Seit 50 Jahren halten Gläubige hier Wache und beten – rund um die Uhr. Durch eine Seitentür gelangt man ins Kloster, wo Eticho und Odilia ihre letzte Ruhestätte haben. Der schlichte Sarkophag des Vaters befindet sich in der romanischen Chapelle de la Croix, dem ältesten Teil des früheren Klosters. Fresken, die sich am Hortus Deliciarum, einem im 12. Jh. unter der Äbtissin Herrad von Landsberg gefertigten, reich bebilderten Codex, inspirieren, schmücken die Wände.

Ziel aller Pilgerer aber ist die Chapelle St-Jean: Dort steht Odilias verzierter merowingischer Sarkophag, Eine im Kreuzgang aufbewahrte Buntsandsteinstele aus dem 12, Jh. zeigt auf einer Seite die Schenkungsszene Etichos an seine Tochter. Wer noch Puste hat, kann sich zu den nahen Resten der Heidenmauer oder auf den „Sentier des Pélerins“ nach St-Nabor begeben - vom Pilgerpfad zweigt ein kurzer Abstecher zu dem von tiefen Wagenrillen zerfurchten Teilstück eines römischen Wegs ab. Der Name sagt's: In Klingenthal nördlich des Mont St-Odile schmiedete man früher Schwerter und Messer, dies obendrein für den König. Die königliche Waffenmanufaktur florierte im 18. Jh. dank der erfolgreichen Anwerbeversuche im rheinischen Solingen. Der König stiftete zum Dank für scharfe Bajonette 1760 die katholische St-Louis-Kirche. 1836 wurde der Betrieb privatisiert. Dem Erfolg tat's keinen Abbruch, wie die ehemalige Residenz des Besitzers zeigt. Das schlossartige Anwesen mit Park verschönert bis heute die Ortsmitte.
Die Ruine Guirbaden ist der traurige Rest der vermutlich größten mittelalterlichen Burg des Elsass. Unter- und Oberburg bilden eine beeindruckende Ansammlung von Belfried, Palas, Kapitellen und romanischen Fenstern. In Grendelbruch verbrachte der jugendliche Hans Arp die Sommerfrische. Das Dorf in einer sanften Hangflanke über dem rechten Ufer der Bruche setzt auf Skilanglauf- und Wandertouristen. Im nahen Hohbuhlmassiv warten 50 km beschilderte Loipen und viele Wanderwege auf eine Erkundung. Besonders romantisch ist der Aufstieg zum Signal de Grendelbruch. Aus über 800 m Höhe schaut man auf die oft zitierte „blaue Vogesenlinie“, jene blaugrün schimmernde Gipfellinie, deren Farbe so typisch für die Vogesen ist.

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