Maschores Karneval der Machores in Selestat: Die Narrekepfler-Wurst gehört zum Karneval dazu

Karneval der Machores in Selestat

Die Karnevalsveranstaltung „Carnaval des Machores“ im elsässischen Ort Selestat (früher dt: Schlettstadt) findet jedes Jahr am Wochenende NACH dem eigentlichen Karneval statt. Um zu verstehen, warum der Karneval im Elsass-Städtchen Selestat in der Elsass-Region Haut-Rhin seinen Namen trägt und erst nach Weiberfastnacht, Rosenmontag, Fasnacht/Mardi gras und Aschermittwoch gefeiert wird, muss man die Bedeutung des Wortes „Machores“ kennen.
Meschores und Maschores (abgel. von Machores) bedeuteten zunächst „dienstbeflissener Mensch“ und „willfähriger Diener“. Einem „de Maschores mache“ oder „de Maschores sein“ hiess allgemein, um geringen Lohn als Knecht oder Diener die niedrigsten Arbeiten zu verrichten. Da dies kaum jemand grundlos oder freiwillig auf sich nahm, was „Maschores“ auch ein Wort für „einfältiger, verrückter Mensch“, „wilder Bursche“, „unordentlicher Mensch“, „Spassmacher“ oder „Possenreisser“. Dass Maschores auch Metzgergeselle bedeutete, mag individuell begründet sein. Wenn sich diese Bedeutungen noch aus dem jiddischen Ursprung ableiten lassen, so gilt dies nicht für die Verwendung des Wortes für „Rädelsführer“, den Anführer einer Bande und den „Tonangebenden im Haus“. Hier enthielt der Ausdruck entweder eine gehörige Portion Kritik oder war stark ironisch gemeint. Jetzt bedeutete „meschd de Maschores“ nicht, dass einer die niedrigsten Arbeiten übernahm, sondern drückte aus, dass jemand sich als Anführer verstand. (Vgl. Hans Peter Althaus: Mauscheln. Ein Wort als Waffe. Beck, München 2003, ISBN 3-11-017290-9)
Die Umwertung von „Machores“ ins Gegenteil wurde mit Bezeichnungen wie „Obermaschores“ oder „Hauptmaschores“ , zu denen man befördern konnte oder befördert wurde, noch unterstrichen. Beim Karneval der Machores in Selestat sehen Elsass-Besucher also viele bunte Wagen und zahlreiche ausgelassene, wild umherspringende Narren. Es sind dies die ehemaligen Maschores, die ihren eigenen Karneval feiern. Und weil sie grösstenteils verachtet oder – s.o. – mit der Begriffsumkehrung verspottet wurden und als minderes Volk natürlich nicht am öffentlichen Leben inklusive vieler Feste teilnehmen durften, feierten sie sehr ärmlich und nur für sich erst dann, wenn das Bürgertum ihre Karnevalsbälle inklusive Veranstaltungen wie Kostüm- oder Maskenbälle und unmässige Fressgelage beendet hatte. Für eine sehr kurze Zeit war nun erneut der Unterdrückte in der Figur des Narren an der Macht und durfte beim „Carnaval de Machores“ alles sagen und „die da oben“ verspotten. Und so hat die uralte Karnevals-Tradition der Machtergreifung der Narren während der Faschingszeit im Machores-Karneval in Selestat im Elsass bis heute überlebt und bietet ein fröhliches und ausgelassenes Fest.
Gut gegessen und getrunken wird auch heute noch: Elsässer Wein und eine spezielle Karnevals-Wurst, die „Narreklepfer“, schmecken auch den Feriengästen, die Urlaub im Elsass machen, sowie den Tagestouristen von der anderen Seite des Rheins. Und selbstverständlich bleibt man am Kranevals-Wochenende in Selestat in der Stadt, um zu feiern. Die Hotels in Selestat bieten angenehme Unterkunft im Elsass für tolle Party-Wochenenden nicht nur zur Karnevalszeit.

Foto: VoyageMedia / Elsass-Netz.de

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