Haut-Kœnigsburg (Hochkönigsburg)

Seit Wilhelm II. von Hohenzollern die ursprünglich von den Staufern im 12. Jahrhundert auf einen 757 m hohen Vogesenfels gesetzte Burg Haut-Kœnigsburg (Hochkönigsburg) 1901-08 mit Glanz und Gloria wiederaufbauen ließ, gilt die Haut-Kœnigsburg im Elsass als die Burg der Burgen im gesamten Elsass, wo Touristen im Elsass-Urlaub bevorzugt Station machen.

Die Stadt Sélestat in der Elsass-Region Haut-Rhin hatte dem Kaiser das zerfallene Gemäuer der Haut-Kœnigsburg (Hochkönigsburg) 1899 geschenkt. Wilhelm sah die Chance gekommen, mit der Rekonstruktion der Haut-Kœnigsburg (Hochkönigsburg) eine wagnerreife Inszenierung der Preußenmacht in den 1870/71 annektierten Reichlanden zu verwirklichen. Gleichzeitig wollte der Hohenzollernkaiser geschichtliche Kontinuität demonstrieren, indem er eine Burg wählte, auf der sowohl das Kaisergeschlecht der Staufer als auch das der Habsburger einmal den Ton angegeben hatten. Mit der Planung der Haut-Kœnigsburg (Hochkönigsburg) beauftragt wurde der recht unbekannte Bodo Ebhardt. Was der Berliner Architekt bei der Eröffnung präsentierte, sorgt Jahrzehnte für Aufschreie unter Kunsthistorikern. Der Beliebtheit der Haut-Kœnigsburg (Hochkönigsburg) als Ziel für Ausflüge im Elsass bei vielen tausend jährlichen Besuchern und Elsass-Reisenden tat es keinen Abbruch.

Mittlerweile wird die Haut-Kœnigsburg (Hochkönigsburg) als steinernes Symbol „germanischen“ Bauens als monument historique von der Denkmalschutzbehörde Frankreichs sorgsam gepflegt. Eine Prise Neuschwanstein dämpft zudem die entfesselten wilhelminischen Kräfte. Dass der lang geschmähte Ebhardt sich sehr wohl um historische Vorlagen gekümmert und vorhandene Reste der ersten, romanischen Burg in sein Werk einbezogen hat, erkennt die Fachwelt heute an. Wie wenig die im Dreißigjährigen Krieg geschleifte Burg mit dem Bau des 20. Jahrhunderts gemein hat, zeigt gleichwohl ein Schema am Eingang der Haut-Kœnigsburg (Hochkönigsburg): Soviel Kemenaten, Rittersäle und Pechnasen haben die einstigen Einwohner nie gekannt. Mit dem Portail d’honneur wird dem Ehre bezeugt, der dies alles orderte: Wilhelm Zwo, „deutscher Kaiser und preußischer König“.

Durch eine Torburg betritt man zunächst den weiten Hof der Vorburg. Es rittertümelt nur so drauflos. In der Schänke kann man „nach Ritters Art“ speisen. Im Souvenirladen der Haut-Kœnigsburg (Hochkönigsburg) nimmt Wilhelm auf Postkarten Haltung an. Schmiede, Pferdeställe und Mühle gaukeln heiles Mittelalter vor. Über eine Rampe geht es weiter zum Bergfried, dessen kupfergedecktes Dach weithin sichtbar ist. Der viereckige Trutzturm ruht auf dem höchsten Fels des Kegelbergs. Der dreiflügelige Wohntrakt rahmt den Ehrenhof. Die auf Steinkonsolen ruhenden Holzgalerien der Südseite der Haut-Kœnigsburg (Hochkönigsburg) sind ebenso ein Werk von Ebhardt wie der filigrane, neogotische Treppenturm am Bergfried. Zusammen mit dem 62 m tiefen Brunnen arrangieren sie die neuzeitlichen Zufügungen harmonisch mit den aus dem 12.-16. Jahrhundert stammenden Mauern des Nordflügels. In den Küchen des Nordflügels sind zumindest die Kamine original. Das meiste Mobiliar des Wohntrakts stammt zwar aus dem 15.-17. Jahrhunderts, jedoch nicht von der Burg. Es wurde gezielt zusammengekauft. Vor allem der Südflügel ist mit handverlesenen Stücken möbliert.

Die prunkvollsten Säle der elsässischen Haut-Kœnigsburg (Hochkönigsburg) betritt man im Westflügel: Der Kaiser- oder Festsaal für Wilhelms Empfänge erhielt eine mit historisierenden Malereien versehene Decke sowie neogotischen Vertäfelungen. Um wie viel niedriger der Saal einst war, deutet die Sängerempore. Ihre Höhe entspricht der der originalen Decke. Im mit Hubertusmotiven ausgemalten Jagdsaal hängen Geweihkronleuchter, im Waffensaal mittelalterliche Streitwerkzeuge. Eine Zugbrücke überwindet den Graben zwischen westlichem Wohntrakt und Garten. Nach soviel Ritterherrlichkeit tun die Schritte durch das von hohen Mauern abgeschirmte Grün gut. „Grand Bastion“ heißt die Bastion am westlichen Ende des Gartens. Allein der gewaltige, runde Südturm rechtfertigt den Namen. Uneinnehmbar wirkt die Anlage für jeden Angreifer, der von außen auf das wichtigste Schutzschild der Haut-Kœnigsburg schaut. Kanonen, die nach Originalen aus dem Berliner Zeughaus gefertigt wurden, nehmen von der Westbastion Angreifer ins Ziel. Dass der Feind dennoch mehrmals die Mauern erstürmen konnte, lehrt die Geschichte. Zuletzt gelang dies 1633 schwedischen Truppen. Von der Höhe des kleineren, wenngleich noch mächtigen Nordturms kann man bis zu den nahen Burgruinen Ortenbourg und Frankenbourg hinüberschauen. Schön ist ebenfalls der Blick von der Terrasse and der Buvette zu Füßen der östlichen Bastion. Das Monstrum baut sich im Rücken auf, nach vorn breitet sich die Rheinebene aus.

Öffnungszeiten der Haut-Kœnigsburg (Hochkönigsburg) im Elsass:

Januar, Februar, November und Dezember : 9.30 bis 12 Uhr und 13 bis 16.30 Uhr

März und Oktober : 9.30 bis 17 Uhr

April, Mai und September : 9.15 bis 17.15 Uhr

Juni, Juli und August : 9.15 bis 18 Uhr

Die Burg schlieβt abends 45 Minuten nach dem Kassenschluss.

Es gibt auf der Haut-Kœnigsburg (Hochkönigsburg) Führungen, man kann sich aber auch frei bewegen.

Anfahrt zur Haut-Kœnigsburg (Hochkönigsburg):

Die Burg erreicht man von Sélestat sowohl über Kintzheim als auch über Saint-Hippolyte auf einer kurvenreichen Strecke durch einen schönen Bergwald. Eine Straßenschleife um den Berg herum bietet ausreichend Parkmöglichkeiten.

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