Maginot-Linie im Elsass
Nach Ende des 1. Weltkriegs beschloss die französische Regierung in Norden und Osten des Landes ein Verteidigungsbollwerk zu errichten, damit es nicht noch einmal zu einer Invasion durch feindliche Truppen kommen kann.
Die Verteidigungslinie, die Maginot-Linie, die sich vom Ärmelkanal über Lothringen, das Elsass und die Alpen bis zum Mittelmeer erstreckte, wurde nach dem französischen Kriegsminister André Maginot (1877-1932) benannt.
Im Elsass wurde besonders der Norden und das Lautertal zur deutschen Grenze hin abgesichert.
Die zwischen 1929 und 1936 erbauten Befestigungsanlagen lagen meist 5 bis 10 km von der Staatsgrenze entfernt und waren bis zu 25 km breit. Sie bestanden aus Forts, Bunkern, Panzersperren, Minenfeldern, Infanterie-Kasematten und Schutzkellern. Die Maginot-Linie zählt zu den wehrhaftesten Verteidigungslinien Europas. Allein im Elsass entstanden fast 2000 größtenteils unterirdische Bauwerke, die „gros ouvrages“. Der Festungsbau soll acht Milliarden Goldfrancs, nach heutigem Wert rund 200 Milliarden Euro, verschlungen haben.
Im 2. Weltkrieg konnte die Maginot-Linie nicht verhindern, dass noch einmal fremde Truppen das Land besetzten. Die deutsche Wehrmacht umging die Festungsanlagen an der Grenze im Norden und marschierte über Belgien in Frankreich ein. Nach dem Waffenstillstand übergaben die Franzosen die Festungen der Wehrmacht, die sie bis zum Kriegsende 1945 besetzt hielten.
Auch während des Kalten Kriegs diente die Maginot-Linie noch einmal militärischen Zwecken, bis sie 1967 endgültig vom französischen Militär aufgegeben wurde. Die Bunkeranlagen waren dem Verfall preisgegeben, bis sich 1982 ein Verein gründete, der sich um den Erhalt der Maginot-Linie kümmert. Die A.A.L.M.A. - „Amis de la Ligne Maginot d'Alsace“, „Freunde der Maginot-Linie im Elsass“ - sehen darin einen Beitrag zur Aussöhnung der deutschen und französischen Völker.
Heute noch stehen im Elsass an vielen Stellen, mitten in einem Acker oder an einem Waldrand, plötzlich graue Betonbunker vor einem. Einige sind gesprengt worden, aber die schweren Trümmer bleiben liegen; andere sind über und über mit Pflanzen überwuchert und wieder andere stehen da, als wären sie gerade erst erbaut worden.
Foto: VoyageMedia
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