Elsass Mittelalter
Die Geschichte des Elsass im Mittelalter wurde geprägt durch die die Christianisierung des Elsass.
Die christliche Religion gewann im 7. und 8. Jahrhundert mit der Gründung etlicher Klöster, allen voran Murbach, Weißenburg und Maursmünster, im Elsass an Kraft.
Das Herzogtum Elsass zerfiel hingegen 740, hinterließ dem Elsass jedoch mit der Klostergründerin Odilia, der Tochter von Herzog Eticho (670-690), eine Schutzpatronin (seit 1807) – Sainte Odile.
Es waren die zu großer Macht gekommenen Karolinger, deren Herrscherkarriere als Hausmeier der Merowinger begann, die die Karte des Elsass neu ordneten.
Aus dem Herzogtum erwuchsen zwei Grafschaften, Nord- und Südgau (Sundgau).
Kaiserliche Pfalzen entstanden im Elsass unter Karl dem Großen, der zwei Jahre die Geschicke der Abtei Murbach leitete, in Colmar und Brumath. Seinem Sohn Ludwig dem Frommen aber fielen die eigenen Kinder in den Rücken. Hintergrund war ein Erbstreit.
Karls Enkel, Karl der Kahle und Ludwig der Deutsche, zogen 833 gegen ihren Vater ins Feld. Der musste abdanken, während die Herren Söhne sich 842 mit den Straßburger Eiden über das Erbe einigten.
Der eine schwor auf Altfranzösisch, der andere auf Althochdeutsch – das Dokument gilt als Geburtsstunde zweier Nationalsprachen, im weiteren Sinne als Beweis zweier sich herausbildender Nationalstaaten, Frankreich und Deutschland.
843 wurde das Elsass einem dritten Sohn Ludwigs, der bei den Eiden benachteiligt wurde, zugeschlagen: Der Vertrag von Verdun begründete Lothars Zwischenreich von Italien bis zur Nordsee, inklusive des Elsass, mit dem nahe liegenden Namen Lotharingien. Dessen Existenz war von kurzer Dauer. Nach Lothars Tod teilten Ludwig und Karl erneute auf. Ludwig der Deutsche bekam 870 das Elsass, das nun Teil des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation wurde.
Nach der Jahrtausendwende traten die Staufer auf den Plan. Zum schwäbischen Herzogtum gehörte das Elsass bereits seit 925, Unter den Stauferkaisern, die 1079-1268 als Herzöge das Elsass regierten, begann die hochmittelalterliche Blüte der Region.
Burg um Burg krönte fortan die Höhen, Klöster besiedelten das ganze Land. Als prominenter Staufer gründete Barbarossa Stadt um Stadt. Wirtschaft und Handel blühten auf. In der Pfalzkapelle seiner Residenz Haguenau wurden schließlich sogar die Reichsinsignien verwahrt, deutliches Zeichen dafür, wie zentral die Rolle des Elsass im Geflecht der Heiligen römischen Reichs deutscher Nation war.
Mit dem Sohn Heinrichs VI. begann jedoch 1197 die Erbfehde zwischen Welfen und Staufern. Der Staufer Friedrich II. (1212-50) sorgte erneut für Ordnung. Neue Burgen entstanden zum Schutz der elsässischen Westgrenze.
Nach Friedrichs Tod aber sahen die Habsburger, seit 1135 bereits Grafen im Sundgau, ihre Chance zur Gründung eine Kaiserdynastie gekommen.
Im Elsass selbst waren die Ansprüche zwischen aufbegehrenden Bischöfen, machgierigen Reichsrittern, gräflicher, herzoglicher, königlicher und kaiserlicher Macht sowie französischem Schielen über die Vogesen so verworren, dass die Straßburger 1262 ihre Sache selbst in die Hand nahmen.
Man jagte den Bischof zum Teufel und erklärte sich zur Freien Reichsstadt mit annähernd demokratischen Spielregeln. 1354 erfolgte unter Kaiser Karl IV. der Zusammenschluss von Weißenburg, Hagenau, Rosheim, Oberehnheim, Schlettstadt, Kaysersberg, Türkheim, Münster, Kolmar und Landau (Pfalz) zum Zehnstädtebund mit dem Namen Decapolis. Straßburg trat dem Zehnstädtebund zwar nicht bei, solidarisierte sich jedoch im Kampf gegen Feudalherren und Bedrohungen im Hundertjährigen Krieg mit ihm.
Die Zeichen standen im 14. und 15. Jahrhundert auf Sturm. Der Eroberungsversuch des Burgunders Karl der Kühne und die schwarze Pest sorgten für Zerstörung und Tod. Als Sündenböcke mussten die Juden herhalten. Das schlimmste Pogrom kostete 1349 ungefähr 200 Straßburger Juden ihr Leben.
Als Karl der Kühne 1477 fiel, flammte erneut Unruhe auf.
Ende des 15. Jahrhunderts probten die elsässischen Bauern erstmals den Aufstand gegen die weltlichen Lehnsherren. Erst 1525 fanden die Bauernkriege ein blutiges Ende. Kurz zuvor griff die Reformation auf die Städte über. Nun ging es der bischöflichen Macht an den Kragen. Mulhouse scherte aus dem Elsass aus uns schloss sich der Schweizer Eidgenossenschaft an. Dort hatte man die Habsburger Herren quasi mit dem Rechen verjagt.
Trotz all dieser Wirrnisse blühten die Geisteswissenschaften auf. Schlettstadt stieg zur Hochburg des Humanismus auf. Gutenberg probte 1434-44 im reformatorischen Straßburg den Buchdruck. Das Mittelalter endete mit den bahnbrechenden, schwarz auf weiß verbreiteten Gedanken der Reformation und den satirischen „Narrenschiff“-Versen des Straßburger Stadtschreibers Sebastian Brant (1457-1521).
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