Haguenau

Haguenau im Elsass (Bas-Rhin) Frankreich Église Saint-Georges, davor der Bienenbrunnen in Haguenau

Haguenau im Elsass (Bas-Rhin) Frankreich

Haguenau (deutsch: Hagenau) ist eine Stadt im Elsass (Frankreich) in etwa 25 Kilometer nördlich von Straßburg gelegen. Haguenau ist und mit rund 32.000 Einwohnern nach Straßburg die zweitgrößte Stadt im Département Bas-Rhin (Unterelsass). Die Stadt ist Sitz des Verwaltungsbezirks (Arrondissement) Haguenau, und auch Hauptort des Kantons Haguenau, wo viele Elsass-Reisende ihren Urlaub im Elsass verbringen.

Sternförmig läuft ein gutes halbes Dutzend Landstraßen auf die elsässische Stadt an der Moder zu. Kein Zweifel, Haguenau ist das wirtschaftliche, kulturelle und administrative Zentrum der nordelsässischen Ebene. Unterkunft im Ferienhaus Haguenau suchen vor allem Familien, die mit ihren Kindern das Elsass entdecken wollen. Auch wenn Großunternehmen wie Mars oder Siemens hier produzieren und Haguenau im Südosten mit den ebenso umtriebigen Industriestandorten Schweighouse und Bischwiller verwachsen ist - der ausgedehnte Wald und die schmucke Ortsmitte lassen die Rolle von Haguenau als wirtschaftliches Herz der Region schnell vergessen.

Lange dachte niemand ernsthaft daran, das touristische Kapital an historischen Bauwerken und Museen zu verwerten. Erst seit kurzem macht Haguenau deutlich auf seine Reize aufmerksam: Vieles wurde restauriert und der Verkehr aus der Altstadt von Haguenau in weiten Teilen verdrängt. Die Ursprünge der Stadt Haguenau gehen auf eine Burg zurück, die im frühen 12.Jh. für den Stauferkaiser Heinrich V. auf einer Insel in der Moder errichtet wurde. Heinrichs Sohn Friedrich Barbarossa ließ den Bau zur komfortablen Pfalz erweitern, dessen Sohn Heinrich Vl. hielt in der kaiserlichen Residenz 1193 Gericht gegen Richard Löwenherz. Die nächste Hauptrolle in der Geschichte übernahm Haguenau als Mitglied des Zehnstädtebunds ab 1354. Ludwig XIV, vernichtete in seiner Annektionspolitik gründlich die baulichen Spuren dieser mittelalterlichen Blütezeit. Nach der Zerstörung durch französische Truppen 1677 entstand Haguenau in barocker Form neu, musste jedoch bei der Befreiung von deutscher Besatzung 1944 erneut schwere Schäden hinnehmen.

Wahrzeichen von Haguenau ist der Fischerturm (Tour des Pêcheurs), ein achteckiger Turm, der neben der quadratischen Tour des Chevaliers und dem ungeschlachten Stadttor Porte de Wissembourg von der Stadtmauer übrig blieb. Ein Mauerbogen spreizt von der Tour des Pêcheurs über die kanalisierte Moder. Der vom Fluss im Osten abzweigende Canal de décharge de la Moder legt sich im Norden wie ein Halbkreis um die Altstadt. Deren Herz ist die gemütliche, verkehrsberuhigte Place de la République mit einigen prächtigen Barockbauten. Eins der wenigen älteren Gebäude sticht dank seines lachsroten Anstrichs hervor. Es ist die ehemalige Kanzlei, ein properer Bau mit Turm und Stufengiebel von 1484, in dem heute Office de Tourisme und Musée Alsacien mit seiner reichen Sammlung von Trachten und Möbeln untergebracht sind.

Wo die Kaiserpfalz einmal in der nahen Rue du Château stand, empfängt heute die spätbarocke Pracht eines ehemaligen Jesuitenkolleg. Auch an Place d'Armes und Grand'Rue paradieren Barockfassaden im Stil des Ancien Régime, hier vor allem das Hôtel du Bailli Hoffmann und das Hôtel Barth. Die mächtige Silhouette von St-Georges taucht hinter der Grand'Rue auf. Die romanisch-gotische Kirche verbirgt im Chor ein kostbares filigranes Sakramentshäuschen. Etwas weiter bezeugt in der Rue du Grenier die ehemalige Zehntscheune (Grenier St-Georges) den früheren Reichtum der Pfarrei. Für den Wohlstand Haguenaus im 19.Jh. sprechen hingegen die klassizistische Synagoge, das Stadttheater von 1843 sowie die riesige Hopfenhalle (Halle aux Houblons) im Stil des Second Empire, unter derem Dach dienstags Markt gehalten wird. Gegenüber lohnen erneut elegante Barockhäuser einen Blick. Auch das Deutsche Kaiserreich hinterließ Spuren. Zu nennen sind das Rathaus, 1908 als Amtsgericht erbaut, die Post von 1902 und vor allem das wilhelminisch-kolossale Musée Historique. Was die Fassade verspricht, hält innen die Sammlung: archäologische Funde von der Frühzeit bis zur Antike, kostbarer mittelalterlicher Bauschmuck, elsässische Fayencen und Exponate zur Stadtgeschichte.

Sehenswert in Haguenau

Geschichtsmuseum (Musée historique), größtes Museum des Bas-Rhin außerhalb Straßburgs
Elsass-Museum (Musée alsacien), untergebracht im Renaissancegebäude der ehemaligen Kanzlei
Romanische und gotische Kirche Église Saint-Georges
Gotische Kirche mit barocker Ausstattung Église Saint-Nicolas
Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigung: Porte de Wissembourg, Tour des Pêcheurs, Tour des Chevaliers
Brunnen in Haguenau:
Georgenbrunnen (Mittelalter), Bienenbrunnen (18. Jahrhundert), Delphinbrunnen (1825)
Synagoge von Haguenau (1820, 1940 durch die Nazis zerstört, 1959 wiederaufgebaut)
Klassizistisches Theater (1842-46)
Historische Hopfenhalle (1867, erweitert 1881 und 1908)
Alte Wassermühle
Spätmittelalterliche Zollstelle Ancienne douane
Barocke Bürgerhäuser aus dem 18. Jahrhundert

Foto: VoyageMedia / Elsass-Netz.de

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