Neuf-Brisach (Neu-Breisach)
Neuf-Brisach (Neu-Breisach) im Ober-Elsass (Haut-Rhin), Frankreich
Neuf-Brisach ist als Ausflugsziel bei Elsass-Besuchern, Urlaubern und Ausflüglern mit den unterschiedlichsten Interessen beliebt.
Bild: Typisch Vauban, Festungsanlage in Oktaeder-Form in Neuf-Brisach
Die Stadt liegt östlich von Colmar, etwa 5 km vom Rheinufer entfernt und somit nicht weit von der deutschen Grenze und ihrer „Schwestergemeinde“ Alt-Breisach.
Dass der Rhein früher mehr Grenze als Bindeglied war, zeigt sich in Neuf-Brisach (Neu Breisch) im Oberen Elsass, im französischen Departement Haut-Rhin schon durch den Stadtnamen deutlich:
Als Ludwig XIV. sich 1697 aus dem rechtsrheinischen Breisach zurückziehen musste, beschloss der Sonnenkönig, am linken Rheinufer im Elsass eine neue Stadt zu gründen.
Als Baumeister für Neuf-Brisach kam nur Frankreichs Festungsbauer Nummer 1, Sébastien le Prestre, Seigneur de Vauban (1633 -1707) in Frage. Vauban entwarf mit der achteckigen Festungsstadt Neu – Breisach sein Meisterwerk.
Von 1699 bis 1709 wurde über einen eigens angelegten Stichkanal, den Canal Vauban, der nötige Sandstein aus dem elsässischen Ort Guebwiller herangeschafft. Doch die in der Sockelzone 4,50 m dicke und 5 m hohe Mauer schützte Neuf-Brisach nicht vor den Bomben des Zweiten Weltkriegs. Die Garnisonsstadt fiel im Winter 1944/45 in Schutt und Asche.
Auf den Stadt-Mauern wächst längst wieder Gras, und die Bourbonenlinien in der Mitte der weiten, viereckigen Place d’Armes erstrahlen so golden wie zu Zeiten des Sonnenkönigs.
Heute führen viele Radwanderwege durchs Elsass auch durch Neuf-Brisach, Motorradfahrer halten für einen Kaffee und stellen ihre Bikes in Sichtweite auf dem grossen Innenstadtplatz ab.
Am zentralen Platz in der Stadtmitte von Neuf-Brisach liegen die nüchtern barocke Garnisonskirche St-Louis und das herrschaftlich wirkende Rathaus. In der im Gleichmaß eines Oktaeders mit absolut parallel verlaufenden Seitenstrassen errichteten Stadt ist bis heute eine französische Garnison stationiert.
Nur wenige Bauwerke durchbrechen die urbane Monotonie, so etwa die Porte de Belfort, in der ein Vauban-Museum das Werk des Festungsbaumeisters sowie ein Modell von Neuf-Brisach zeigt.
Prachtvoller noch fällt die barocke Porte de Colmar (1707) aus, für die der berühmte Baumeister Mansart verantwortlich zeichnete. Über beide Stadttore gelangt man auf die Mauern, deren knapp 2,5 km lange Umrundung die schönste Stadterkundung von Neuf-Brisach zulässt. Außerhalb der Mauern verhinderte ein Bauverbot, dass der grüne Kranz um die Stadt zerstört wurde. Ferienwohnungen und Ferienhäuser sind daher in Neuf-Brisach praktisch nicht zu finden.
Eine Tour ins Grüne verspricht auch die Fahrt mit der historischen Dampfeisenbahn von Neuf-Brisachs Rheinhafen immer am Rhein entlang Richtung Marckolsheim, es auch einzelne Ferienwohnungen in Marckolsheim gibt.
Ebenfalls schonend für den Erhalt der traditionellen Stadtform: Die wichtige Verbindungsstrasse, die vom Rhein kommend an Neuf-Brisach vorbei bis in die Hauptstadt des Departements Haut-Rhin, nach Colmar, führt in sanftem Bogen halb um Neuf-Brisach herum. So bleibt der Innenstadtverkehr in Grenzen, der Urlauber kann jedoch bequem nach Neuf-Brisach abbiegen und sich die bemerkenswerten Zeugen Vauban`scher Stadt- und Festungsanlagen in Ruhe anschauen.
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